Das Geschäftsmodell auf Innovationsgrad, Marktpotenzial und Skalierbarkeit prüfen.

UniCaps nachhaltige, CO2-neutrale Kapseln mit Bio-Kaffee und Bio-Tee

Frankfurt/Oder, den 06.05.2020

Stellen Sie sich und das Startup UniCaps doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne doch! Mein Name ist Dirk N. Tillmann und bin Mit-Gründer und CEO von UniCaps. Unter den Marken My-CoffeeCup und My-TeaCup stellen wir in Frankfurt/O. seit 2016 nachhaltige, CO2-neutrale Kapseln mit Bio-Kaffees und Bio-Tees für das Nespresso- und Dolce Gusto-System her.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich persönlich habe mich immer schon früh gefragt, wie will ich arbeiten, woran habe ich Freude und welche Motivation brauche ich für mich selbst. Und ich sehe in den Dingen mehr Chancen und Freiheiten als Herausforderungen und Risiken.

Ich bin bereits seit 2008 unternehmerisch tätig und habe bereits drei erfolgreiche Unternehmen in der Food- und Konsumgüterindustrie gegründet. Vor der Gründung von UniCaps war ich als CEO und Mit-Investor bei der Tpresso AG in Zürich (Schweiz) tätig, einer eigenständigen Teemarke auf Kapselbasis. Dabei hatte ich die Möglichkeit unter anderem mit Eric Favre, dem Gründer und Erfinder von Nespresso zu arbeiten – eine spannende und lehrreiche Zeit.

Welche Vision steckt hinter UniCaps?

In meiner Zeit in der Schweiz ist die Idee entstanden, die Bequemlichkeit und Modernität der Kapselmaschine endlich mit nachhaltigen Produkten zu verbinden. Wir wollten dabei kein eigenes Kapselmaschinensystem entwickeln, sondern den Markt mit kompatiblen Kapseln für bestehende Kapselmaschinen revolutionieren, die bereits millionenfach in Hauhalten, Büros und Hotels im Einsatz sind. 

Wir wollen Menschen für hochwertige Bio-Produkte mit umweltverträglichem Lebenszyklus begeistern, um so einen Beitrag zum Schutz der Umwelt, zur Gesundheit, zu Glück und Wohlstand zu leisten. Diese Vision wird von den Kunden gut angenommen – wir halten derzeit die marktführende Position bei nachhaltigen Kaffee-Kapseln und sind neben unserem eigenen Online-Shop (https://www.my-cups.de) in über 14.000 Verkaufsstellen bundesweit erhältlich. Gerade erst ist die Drogeriekette Rossmann neu dazugekommen, worüber wir uns sehr freuen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Gründung eines Unternehmens bringt immer Herausforderungen mit sich, an die man zuvor nicht gedacht hat. Angefangen von einzelnen bürokratischen Hürden bis hin zu verfahrenstechnischen Fragen. Trotzdem ist es uns innerhalb weniger Monate gelungen eine Produktion aufzubauen, die von Anfang an die unterschiedlichsten Prüfungen, Audits und Zertifizierungen nach höchsten Standards bestanden hat. Darauf sind wir stolz! Die Finanzierung erfolgte dabei wesentlich mit Unterstützung des Landes Brandenburg, sowie privater Investoren. Zu nennen sind dabei wesentlich die BFB Brandenburg Kapital GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Brandenburger Förderbank ILB, sowie die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH (MBG).

Wer ist die Zielgruppe von UniCaps?

Kunden, die Genuss und Convenience mit sinnvollen, ökologischen Produkten verbinden möchten. Wir wollen alle diejenigen ansprechen, für die Nachhaltigkeit von Produkten das entscheidende Kriterium ist. Unsere Zielgruppe will die eigene Konsumroutine nicht zwangsläufig einschränken, aber gerne durch nachhaltige Alternativen ersetzen.

Aus welchem Material bestehen die UniCaps Kapseln? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Kapseln bestehen mehrheitlich aus nachwachsenden Rohstoffen, unter anderem aus natürlicher Stärke, Glukose und Lignin, einem Nebenprodukt aus der Holzverarbeitung und sind vollständig industriell kompostierbar. Die Kapseln sind zertifiziert CO2-neutral von der Ernte bis ins Regal.

Die Vorteile für Kunden und Umwelt: Täglich werden rund acht Mio. Kapseln in Deutschland verbraucht, diese bestehen vielfach noch aus herkömmlichem Plastik und Aluminium. Nun wissen wir, dass Plastik- und Alu-Kapseln sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung höchstproblematisch sind. Die UniCaps Kapseln können nach der Verwendung guten Gewissens in der Bio-Tonnen entsorgt werden. Sollten diese dennoch einmal im Hausmüll landen, setzen sie bei einer anschließenden Müllverbrennung kein zusätzliches CO2 frei und leisten z.B. in einem Heizkraftwerk einen Beitrag zur Gewinnung von nachhaltiger Energie. Auch unsere Produktverpackungen setzen auf umweltverträgliche, nachhaltige Lösungen. Wir verwenden Boxen aus Recyclingmaterial, die ohne überflüssige Umverpackung auskommen und nur auf der Außenseite bedruckt sind – natürlich mit lebensmittelrechtskonformen Farben.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir sehen einen verstärkten Bedarf im eCommerce und im stationären Einzelhandel, Neu-Akquisen vor Allem im Hotellerie- und Gastronomieumfeld verschieben sich zeitlich. Natürlich sind auch wir nicht von den bestehenden Vorschriften und bestimmten Einschränkungen, u.a. bei den Vertriebswegen ausgenommen. Wir halten die Vorschriften ein und versuchen auch als Team aufeinander acht zu geben.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben umfangreiche Maßnahmen an unserem Produktionsstandort in Frankfurt/Oder ergriffen, um Infektionen von Mitarbeitern auszuschließen. Hierzu gehören vollständig getrennte Schichtsysteme, sowie höchste Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen– wie Schutzanzüge und Masken in der Produktion. Wir bitten alle Kollegen, durch umsichtiges Verhalten auch privat mögliche Risiken auszuschließen. Der administrative Bereich arbeitet vornehmlich im Homeoffice, wir empfangen derzeit keinen Besuch und kommunizieren vielfach über Videokonferenzen, was mittlerweile sehr gut funktioniert.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Kaffee und Tee sind Grundnahrungsmittel, Kunden sind in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und verbringen mehr Zeit zu Hause, möchten aber trotzdem ihren perfekten Espresso und Lungo genießen. Aufgrund der derzeitigen Homeoffice Situation, die vielfach mit Kinderbetreuung in Einklang gebracht werden muss, stehen Convenience, Effizienz und Schnelligkeit ganz besonders hoch im Kurs, dies spricht für Kapselanwendungen, die einfach per Knopfdruck zubereitet werden können. Viele Menschen sehen das Virus als Abwehrreaktion des Planeten auf Ausbeutung der Natur und Umweltzerstörung, dies wird dem ohnehin präsenten Nachhaltigkeitstrend auch zukünftig weiteres Gewicht verleihen. Diese Faktoren stimmen uns sehr zuversichtlich, dass wir auch zukünftig viele Kunden erfolgreich erreichen können.

UniCaps, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir bei UniCaps arbeiten daran, unsere Marktstellung weiter auszubauen, unsere Marken noch bekannter zu machen, stark auf Internationalisierung zu setzen, neue Kooperationspartner zu finden und disruptiv an neuen Ideen zu arbeiten.

Derzeit bauen wir unseren Produktionsstandort in Brandenburg weiter aus und werden Abfüllkapazitäten in der Produktion stark ausweiten. Auf der Mitarbeiterseite konnten bereits vor der Krise sowohl in der Forschung und Entwicklungsabteilung als auch im Vertrieb Experten aus der FMCG Industrie gewonnen werden, worüber wir uns sehr freuen und mit denen wir viel erreichen wollen. Die UniCaps beschäftigt derzeit 43 Mitarbeiter – Tendenz steigend. In 2025 werden wir in mindestens 5 weitere, europäische Länder distribuieren und unsere Marken als die nachhaltigen Alternativen zu Nespresso & Co. etabliert haben, sowie nicht nur Kapselprodukte sondern das ganze Kaffee-Spektrum besetzen. Wir werden uns nicht nur über unsere Marken, sondern auch über unseren Technologien definieren und ein weltweites Netzwerk an Kunden und Lieferanten unterhalten, mein persönliches Ziel ist, dass wir in 2025 auch in den USA erfolgreich angekommen sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Das Geschäftsmodell sehr intensiv auf Innovationsgrad, USPs gegenüber Wettbewerbern, Marktpotenzial und Skalierbarkeit zu prüfen.
  2. Sich auf lange Jahre sehr harter Arbeit und vieler Rückschläge einzustellen, den „Trick“ gibt es nicht
  3. Niemals aufgeben

Wir bedanken uns bei Dirk N. Tillmann für das Interview

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